Mitglied im Sächsischen Blasmusikverband e.V.
Besucher
Gäste online: 5
Mitglieder online: 0
Besucher heute: 274
Besucher gestern: 399
Besucher diesen Monat: 4885
Besucher insgesamt: 562670


Presseartikel: Jahr 2002: Passion für Töne aus der Tuba
Autor: Uwe | Pressearchiv

Freie Presse vom 26. Februar 2002

Großvater Rolf Magirius begeistert seine Enkel für sonst eher ungeliebtes Instrument - Gewichtheben als Training

Von Marianne Schultz

Die Tuba darf in keinem Blasorchester fehlen. Doch gerade an Bläsern für dieses gedrungene Instrument mit den tiefen runden Tönen besteht oft genug Mangel. Nicht so beim 1. Chemnitzer Jugendblasorchester. Vereinsvorsitzender Michael Schachoff hatte dreifaches Glück.
Den Auftakt machte der jugendliche Großvater Rolf Magirius. Er begann als Aushilfe, ist längst vollwertiges Orchestermitglied und erwies sich als Zugpferd für den Familiennachwuchs. Seine Enkel Robert und Philipp Weymann hat er nachgezogen. Robert, 15 Jahre alt, spielt auch Tuba und ist seit drei Jahren im Orchester dabei. Seine Vorliebe gilt dem Glenn-Miller-Repertoire und Michael Jackson. Philipp (Bariton) ist erst zwölf und längst Feuer und Flamme für den schönen Klang. Ein Jahr hält er nun schon die Donnerstagsprobe ein.
Ist Tuba schwer? "Vom Gewicht her auf jeden Fall", antwortet er schlagfertig und ergänzt, "man braucht auch viel Luft." Philipp wechselte zwischenzeitlich mal vom Tenorhorn zum Bariton, "wegen der Höhe". Mittwochs muss er zusätzlich zur Einzelprobe in die Grimmschule.
Was nicht heißen soll, dass die beiden Weymann-Jungs ausschließlich Musik machen. Man komme schließlich aus Rabenstein, und Rabenstein ist nun mal bekannt für seinen Sport, genauer: fürs Gewichtheben. Doch Musik wurde den Kindern schon in die Wiege gelegt, denn die Mutter ist Musiklehrerin in der Behindertenschule Flöha. Die Familie hat Geschmack an der Blasmusik gefunden, jeder auf seine Weise. Rolf Magirius sucht Ausgleich und Entspannung. Familiär klappt das bei Magirius und Weymanns ausgezeichnet. Die Familie wohnt unter einem Dach nahe der Pelzmühle. Dort sind die Bedingungen so hervorragend, dass man gern mal gemeinsam in den Probekeller steigt. "Ohne Üben geht gar nichts", sind sich alle einig. Durch das Erlernen des Instruments hätten die Jungs auch ein neues Verhältnis zur Volksmusik gewonnen, findet der Großvater.
Seit einiger Zeit nutzt das 1. Chemnitzer Jugendblasorchester die alte Turnhalle der Städtischen Musikschule kostenlos für Proben, immer Donnerstags, 18 Uhr. Michael Schachoff lobt die Zusammenarbeit mit Musikschuldirektor Manfred Läsche. "Er steht unserem Anliegen immer offen gegenüber." Angebahnt hatte sich die Zusammenarbeit übrigens durch ein gemeinsames Konzert auf dem Theaterplatz.
Unter der Leitung von Karsten Schumann wird derzeit für die anstehenden Jugendweiheveranstaltungen geprobt. das Repertoire: eine Mischung aus traditionellen und modern arrangierten Titeln. Man probt Michael-Jackson-Songs, ein Intermezzo und Jazz aus New Orleans, den "Tiger Rag".
42 Mitglieder zählt das Jugendblasorchester derzeit. Der Ostermarkt in der Stadthalle steht fest im Terminkalender (23.März). Im April und Mai stehen fünf Jugendweihen an. Höhepunkt der nächsten Wochen ist der Thumer Orchestertreff am 26.Mai, bevor im Juli eine Woche Probenlager in der Sommerfrische von Heringsdorf Ferienfreuden verspricht.