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Presseartikel: Jahr 2009: Chemnitzer feiern in Barr den 200.Geburtstag des Lokomotivkönigs
Autor: Uwe | Pressearchiv

Blitzpunkt (Chemnitz) vom 18.07.2009 Nr.:29

Hartmann ist Ehrenbürger

Eine Weltpremiere erlebte die elsässische Stadt Barr zum französischen Nationalfeiertag am 14.Juli. Das 1. Jugendblasorchester Chemnitz und das Stadtorchester von Barr spielten ohne Probe gemeinsam die Marseillaise und den Steigermarsch. Der Auftritt der jungen Musiker aus Chemnitz wurde mit Beifall bedacht und Beigeordneter Gilbert Leininger lobte sie als "sehr gutes Orchester".
Der Besuch des Ensembles war Teil eines Partnerschaftsprogramms, das dem Jubilar des Jahres Richard Hartmann zu danken ist. Der 200. Geburtstag des "sächsischen Lokomotivkönigs" wird in seiner elsässischen Geburtsstadt genauso gefeiert wie am Ort seines Aufstiegs und Wirkens, in Chemnitz. Der Gemeinderat der 7000-Seelen-Kommune am Fuße der Vogesen hat den berühmten Sohn und Wohltäter posthum zum Ehrenbürger ernannt. Hartmann stiftete dem Ort u.a. beträchtliche Summen für Krankenhaus und Kirche. Eine Ausstellung "Richard Hartmann - Die Dampflokomotive: eine Leidenschaft" wurde vor vier Wochen eröffnet. In dieser Woche nun besuchten neben dem Blasorchester der Bürgerverein "Für Chemnitz", der Förderverein des Industriemuseums und Mitglieder der Deutsch-Französischen Gesellschaft Chemnitz das Elsass. Ein wichtiger Termin war die musikalische "Taufe" der neu angebrachten Tafel an Hartmanns Geburtshaus in der Rue Neuve.
Die Tafel war vom Chemnitzer Künstler Manfred Gottschall entworfen und vom Förderverein des Industriemuseums gestiftet worden. Die Straße trägt jetzt auch den offiziellen Zweitnamen Hartmanngasse - durchaus keine Selbstverständlichkeit, da Zweisprachigkeit sonst der elsässischen Entsprechung französischer Bezeichnungen vorbehalten ist. Damit dürfte zugleich die mehrfache Änderung des Straßennamens parallel zu den politischen Verhältnissen - die deutsch-französische Grenzregion hat in den vergangenen 140 Jahren vier Mal die Nation gewechselt - der Vergangenheit angehören. Wie sich diese Problematik auf den Alltag der Menschen auswirkte, wird z.B. bei Hartmanns Geburtsanzeige 1809 deutlich, wie die originalen Urkunden in der Ausstellung belegen. Die Eintragung im Kirchenbuch wurde auf Französisch, die beim Bürgermeister auf Deutsch verfasst.
Wie der heutige Bürgermeister Gilbert Scholly sagte, habe die Stadt die Bedeutung Richard Hartmanns erkannt und wolle gern die Brücke nach Chemnitz schlagen. Zu den Feierlichkeiten in Chemnitz am 8. November wird eine Delegation kommen. Dabei bringt Beigeordneter und Winzer Leininger auch seinen Hartmann-Wein mit, den er eigens für das Jubiläum gekeltert hat. Für die Chemnitzer Vereinschefs ist die neu entstandene Freundschaft zu Barr ein Beispiel europäischen Zusammenwachsens, so wie Hartmann es mit seiner Wanderung vom Elsass nach Sachsen vorgemacht hat.