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Presseartikel: Jahr 2010: Zoff um Orchesterräume: Bläser werden obdachlos

Chemnitzer Morgenpost vom 29. April 2010, Nr. 116/17

"Happy Swing!" - Nach diesem Motto bringen die Jungs und Mädels vom 1. Jugendblasorchester Chemnitz seit Jahren Ohrwürmer zum Klingen, verbreiten gute Laune nach Noten. Sogar mit Andy Borg standen sie schon beim Musikantenstadl auf der Bühne. Doch die Stimmung der jungen Bläser ist derzeit gar nicht "happy". Denn sie werden im Sommer obdachlos.

Jeden Donnerstag, 18 Uhr, treffen sich die 25 Musiker zwischen 11 und 40 Jahren zu Proben in der Neruda-Grundschule auf dem Kaßberg. "Der Verein konnte die Räume bislang mietfrei nutzen. Der Vertrag wurde stets problemlos verlängert. Es funktionierte gut", sagt Verins-Chef und Trompeter Mirko Klaus (37).

Jetzt aber kündigte die Schule Eigenbedarf an, will die Räume selbst nutzen. Zum nächsten Schuljahr im August muss sich das Orchester eine neue Bleibe suchen. Das Schulverwaltungsamt versprach Hilfe, vermittelte die Tereschkowa-Grundschule. "Aber dort reicht der Platz hinten und vorne nicht", sagtn Klaus. "Wir benötigen einen Probenraum für mindestens 25 Leute, dazu noch zwei Räume für Einzelunterricht und ein kleines Archiv für Instrumente und Noten."

In seiner Not hat er sich nun an die Morgenpost gewandt: "Wer hat ein Herz für junge Musiker und kann helfen?" Auch bei Kulturbügermeisterin Heidemarie Lüth (63, Linke) will der Musiker jetzt nachhaken. "Es kann doch nicht sein, dass die Stadt uns hängen lässt."

Das Orchester gibt es seit 1963, zunächst als Zentrales Pionierblasorchster, seit 1993 als 1. Jugendblasorchester Chemnitz.



Links: Martin Nuß (14, gr.F) braucht viel Puste für seine Tuba. Tina, Emily, Frauke und Christine (v.l.) hören aufmerksam zu.

Oben: Noch probt das Orchester unter Leitung von Norman Grüneberg in der Neruda-Grundschule.


Fotos: Christof Heyden