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Presseartikel: Jahr 2004: Alte Dame zieht standesgemäß um
Autor: Uwe | Pressearchiv

Freie Presse Juli 2004

Zentralbibliothek mit Pauken und Trompeten verlegt

Buchstäblich mit Pauken und Trompeten ist die Stadtbibliothek am Samstagnachmittag aus ihrem Haus am Schillerplatz ausgezogen. Den musikalischen Kehraus besorgte das erste Jugendblasorchester Chemnitz. Und wie es sich für eine immerhin 135-jährige Dame gehört, gab es zur Feier des Tages auch einen historischen Umzug mit Pferdekutsche und alten Autos.


Der Tross mit den vielen Umzugskisten wälzte sich über die Straße der Nationen, die Brückenstraße und die Bahnhofstraße bis zum "Haus Tietz". In dem neuen Kulturkaufhaus im Herzen der Stadt findet die Zentralbibliothek künftig neben Naturkundemuseum, Volkshochschule und neuer sächsischer Galerie ein ansprechendes Domizil. Die Eröffnung ist für den 23. Oktober geplant, blickte Bibliothekssprecher Uwe Hastreiter voraus.


In dem alten Haus am Schillerplatz hatte die Bibliothek seit dem 15. März 1950 ihren Dienst versehen. Die Einrichtung in dem vor knapp 150 Jahren errichteten Gebäude der ehemaligen Actien-Spinnerei dürfte damit eines der zähesten Provisorien in der Geschichte der Stadt gewesen sein.


Der vollständige Umzug in die zweite und dritte Etage des Tietz soll zwar nicht so langlebig sein, benötigt aber trotzdem seine Zeit. Immerhin sind 320.000 Medieneinheiten zu bewegen. Vor allem für die Schätze der Bücherei, zu denen auch die Erstausgabe von Agricolas "de re metallica" gehört, ist besondere Sorgfalt notwendig.


Völlig geschlossen bleibt das Haus am Schillerplatz auch für die Leser noch nicht: Bis zum 31. Juli können hier im Informationszentrum noch entliehene Medien zurückgegeben, Zeitschriften und Infobestände eingesehen sowie das Lese- und Internetcafe benutzt werden. "Während der Schließzeit danach bitten wir, bis 23. Oktober auf die Stadtteilbibliotheken im Vita -, Yorck - und Gablenz-Center auszuweichen", so Uwe Hastreiter. Jeder zehnte Chemnitzer nutzt die Stadtbibliothek.(JAN)