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Presseartikel: Jahr 1999: 1. Jugendblasorchester Chemnitz: Von Polka bis Swing
Autor: Uwe | Pressearchiv

Chemnitzer Morgenpost Dezember 1999


Blech, Blech und nochmals Blech


Dem Rausch dieser satten Klänge kann sich keiner entziehen: Blech, Blech und nochmals Blech, nicht zu vergessen die Holzblasinstrumente. Eine faszinierende Bläserklangwelt vereint seit 35 Jahren die Mitglieder des 1. Jugendblasorchesters Chemnitz, Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, die sich Woche für Woche dem Üben und Aufführen von Blasmusik mit Hingabe verschrieben haben.


Swing mit Gleen


Darf es was von Gleen Miller sein? Es swingt. Oder ein Schlagermedley aus den 70-er Jahren? Auch ein frecher Charleston, dessen Rhythmus sofort in die Beine geht, ist nicht von schlechten Eltern. "Von Polka bis Swing" lautethier das Motto.
Das einstige zentrale Pionierblasorchester hat sich gewandelt, geblieben ist die Freude an der Musik. Michael Schachoff ist Vorsitzender des Vereins, der engagierte Vater meint augenzwinkernd: "Ich bin selbst völlig unmusikalisch, liebe aber die Musik", und er wollte, dass es auch nach 1990 weiterging - für seinen Sohn Thomas, der mittlerweile zwölf Jahre dabei ist, und für dessen Freunde. "Es musste nach der Wende einen Weg geben, das waren wir den jungen Musikern schuldig. Also gründete sich ein Verein."


Volles Rohr am Abend


Das Blasorchester funktioniert wie eine Musikschule: Einzelunterricht für die Schüler in der Grimmschule bei ausgewiesenen Lehrern. So unterrichtet Vollblutmusiker Kurt Krauß von den Zeisigwald - Musikanten den Nachwuchs in Saxophon und Klarinette. Orchesterleiter Karsten Schumann lehrt die Trompeter auf diesem Instrument, auch Schlagzeug ist gefragt bei Chris Uhlig. Lernen kann man alles, auch Posaune und Tuba. Kostenlos kann der Verein nicht arbeiten, der Jahresbeitrag pro Mitglied beträgt 300 Mark, darin ist der Unterricht enthalten, die Registerprobe und die Gesamtprobe. Zurückgreifen können die Musiker auf einen umfangreichen Instrumentenbestand, auch das Herbeischaffen der Noten ist Angelegenheit des Vereins.
Nicht zuletzt schwärmen die Mitglieder noch vom letzten Sommerprobenlager. Einmal pro Jahr gönnt man sich diesen Mix aus Freizeit und Probe. In diesem Jahr war man im hessischen Witzenhausen in einer Jugendherberge. Die erinnerung an ungestörte Proben und Auftritte ist immer noch wach. Viele der Musiker sind auch untereinander befreundet, sogar eine Hochzeit hat es schon gegeben, verrät der Vorsitzende Michael Schachoff: Mirko(Trompete) hat Merit (Klarinette) geheiratet.
Geschätzt 350 bis 400 Chemnitzer gehörten bereits dem Blechblasensemble seit seiner Gründung 1964 an. Michael Schachoff: "Wer zu uns kommt, muss keinerlei Vorkenntnisse mitbringen, nur Spaß und Freude an der Musik." So zehn, 15 junge Nachwuchsmusiker könne man schon gebrauchen. In drei, vier Jahren dann sind die Kinder im Orchester einsatzfähig. Altersgrenzen gibt es nicht, der derzeit Älteste zählt 26 Lenze.


Heimat im spektrum


35 Musikanten gehören dem Orchester an, auch an diesem Donnerstagabend kurz vor 18 Uhr strömen sie fröhlich herein - vorübergehend ist man im Großen Saal des Kraftwerkes an der Zwickauer Straße untergekommen, bis das spektrum renoviert ist.
Geprobt wird für jegliche Anlässe, Jugendweihen in der Stadthalle ebenso wie für die Zeugnisausgabe der Meister der Handwerkskammer. Schaut man sich den Veranstaltungsplan an, ist kaum eine Woche ohne großen Auftritt zu finden. Kunterbunt ist der Auftrittsplan, die Besetzung mal klein, mal groß. So präsentierte man sich am Tag der Sachsen oder zum Richtfest in der Galerie Roter Turm. "Gartenfeste machen richtig Spaß, da stehen die Leute voll dahinter" ,erinnert sich Schachoff an so manches Fest im Grünen. Lampionumzüge natürlich wie zuletzt am Martinstag. Jeder Auftritt ist wichtig. Die Talentebühne im Kulturhaus Grüna am 5.Dezember wird noch mal eine richtige Herausforderung für das Orchester.
Übrigens: Mädchen sind hier gleichberechtigt, etwa ein Drittel der Musiker ist jung und weiblich. Weitere Informationen gibt Michael Schachoff, Telefon: 4024445 Marianne Schultz